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Pflegebedarf

Die gesetzliche Pflegeversicherung

Um Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch zu nehmen, muss der Versicherte aufgrund einer körperlichen, geistigen oder seelischen Beeinträchtigung pflegebedürftig im Sinne der Sozialen Pflegeversicherung sein.

Ob eine Pflegebedürftigkeit vorliegt, prüfen Gutachter bei einem Hausbesuch. Sie beurteilen die vorhandenen Fähigkeiten und den Unterstützungsbedarf und legen den Grad der Pflegebedürftigkeit fest. Voraussetzung ist, dass der Unterstützungsbedarf für länger als sechs Monate zu erwarten ist.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz II wurde 2017 der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff in die Pflegeversicherung eingeführt. Das Begutachtungsverfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit hat sich grundlegend verändert. Maßstab ist der Grad der Selbstständigkeit und nicht mehr - wie vorher - der Zeitaufwand. Je nachdem, wie schwer die Selbstständigkeit oder Fähigkeiten beeinträchtigt sind, werden Pflegebedürftige einem von fünf Pflegegraden zugeordnet. In dem neuen Begutachtungsverfahren werden die vorhandenen Fähigkeiten in folgenden Bereichen geprüft:

  1. Mobilität (z. B. Fortbewegen innerhalb des Wohnbereichs, Treppensteigen etc.)
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten (z. B. örtliche und zeitliche Orientierung etc.)
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (z. B. nächtliche Unruhe, selbstschädigendes und autoaggressives Verhalten)
  4. Selbstversorgung (z. B. Körperpflege, Ernährung etc.)
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen (z. B. Medikation, Wundversorgung, Arztbesuche, Therapieeinhaltung)
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte (z. B. Gestaltung des Tagesablaufs)

Einstufung in einen Pflegegrad

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Um zu überprüfen, ob Ihnen ein Pflegegrad zusteht hier ein Überblick über das Verfahren zur Einstufung:

  1. Sie stellen einen Antrag bei Ihrer Pflegekasse (i. d. R. die Versicherung, bei der Sie krankenversichert sind). Der Antrag kann online, schriftlich, persönlich oder telefonisch gestellt werden.
  2. Die Pflegekasse teilt Ihnen den Termin mit, zu dem Sie zu Hause von einem Gutachter des MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkassen) bzw. des Prüfdienstes der Pflegekasse besucht werden, um den Pflegegrad festzustellen.
  3. Der MDK bzw. Prüfdienst begutachtet Ihre Pflegebedürftigkeit zu Hause. Die Begutachtung richtet sich nach verbindlichen Kriterien. Zur Prüfung sendet Ihre Kasse dem MDK die Antragsinformationen und ggf. weitere Unterlagen. Halten Sie, wenn vorhanden, folgende Unterlagen vor: Berichte von ambulanten Diensten, Pflegetagebücher, ärztliche Unterlagen, Medikamentenplan.
  4. Der MDK schickt Ihrer Pflegekasse das Gutachten zu.
  5. Ihre Pflegekasse stellt den ermittelten Pflegegrad fest und teilt Ihnen diesen mit.
Tipps zur Pflegebegutachtung
  • Eine Person des Vertrauens hinzuziehen
  • Unterlagen und Hilfsmittel, die bereits verwendet werden, bereithalten
  • Vorab eine Einschätzung des Pflegedienstes einholen
  • Zeit lassen, in Ruhe antworten
  • Eine realistische Einschätzung Ihrer Situation abgeben
  • Offen und ehrlich antworten
  • Alle relevanten Beeinträchtigungen schildern (evtl. vorher eine Liste erstellen)
  • Keine Beeinträchtigung ist peinlich, geben Sie alles an
  • Authentisch bleiben
  • Den Bedarf an (Pflege-)Hilfsmitteln schildern, ggf. Vorabberatung durch ein Sanitätshaus

Leistungen der Pflegeversicherung

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Entsprechend des Pflegegrades übernehmen die Pflegekassen einen Teil der Kosten. über die Möglichkeiten, die im persönlichen Fall geeignet sind, berät die Pflegeberatung der Pflegekasse selbst. Auch viele andere Beratungsangebote unterstützen Sie dabei, die richtigen Leistungen für Ihren individuellen Bedarf herauszufinden und zusammenzustellen. Informieren Sie sich darüber hinaus über die Angebote in Ihrer Stadt oder Gemeinde, die eine gute Ergänzung zu den Leistungen der Kassen bieten.

Mögliche Leistungen für die Pflege zu Hause:

  • Pflegesachleistungen für die Inanspruchnahme von Leistungen ambulanter Dienste
  • Pflegegeld für die Pflege durch Angehörige
  • Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistungen
  • Verhinderungspflege, wenn die Pflegeperson krank ist oder Urlaub macht
  • Entlastungsbetrag für Angebote zur Unterstützung im Alltag
  • Pflegehilfsmittel
  • Wohnungsanpassung für die Pflege in einer Einrichtung
  • Tagespflege
  • Kurzzeitpflege
  • Pflegeheim

Ausführliche Informationen finden Sie im Internet auf den Seiten www.bundesgesundheitsministerium.de

Bürgertelefon

Das Bundesministerium für Gesundheit bietet mit einem Bürgertelefon zu verschiedenen Themenbereichen und einem Service für Gehörlose und Hörgeschädigte allen Bürgern eine kompetente und unabhängige Anlaufstelle für alle Fragen rund um das deutsche Gesundheitssystem. Ihre Fragen beantworten Ihnen die Mitarbeiter des Bürgertelefons in Rostock, das hierfür vom Bundesministerium für Gesundheit beauftragt worden ist.

Das Bürgertelefon ist von Mo. bis Do. 8.00-18.00 Uhr und Fr. 8.00-12.00 Uhr unter folgenden Nummern erreichbar:

Bürgertelefon Krankenversicherung

030/3406066-01

Bürgertelefon Pflegeversicherung

030/3406066-02

Bürgertelefon gesundheitliche Prävention

030/3406066-03

Beratungsservice für Gehörlose und Hörgeschädigte

030/3406066-07
E-Mail senden

Gebärdentelefon ISDN-Bildtelefon 030/3406066-08

Gebärdentelefon Video over IP: gebaerdentelefon.bmg@sip.bmg.buergerservice-bund.de

Das Bürgertelefon sowie das Bundesministerium für Gesundheit sind aus rechtsstaatlichen Gründen nicht berechtigt, über die Anwendung der gesetzlichen Vorschriften im Einzelfall zu entscheiden. Dies ist Aufgabe der zuständigen Kranken- bzw. Pflegekasse. 

www.bundesgesundheitsministerium.de (> Service > Kontakt zu uns > Bürgertelefon 

Publikationen, wie z. B. Broschüren, stehen online zur Verfügung oder können über den Publikationsversand der Bundesregierung bestellt werden.

www.bundesgesundheitsministerium.de (> Service > Unsere Publikationen)

Weitere Informationen und Beratung rund um das Thema Pflege

  •  für alle gesetzlich Versicherten in Bayern

Pflegeservice Bayern

0800/7721111*
Website besuchen

* kostenlose Rufnummer

  •  für alle privat Pflegeversicherten in Bayern:

COMPASS Pflegeberatung

0800/1018800*
Website besuchen

* kostenlose Rufnummer

Bei Fragen zum Pflegegutachten wenden Sie sich an:

MDK Bayern

0911/65068555
Website besuchen

AWO Pflege- und Seniorenberatung

0800/6070100*
Website besuchen

Kostenlose Informationen per E-Mail oder telefonisch

*kostenlose Rufnummer

 

Folgende Beratungsthemen werden angeboten:

 

  • Beratung zu Leistungsansprüchen

 

  • Beratung zu Dienstleistungsangeboten

 

  • Beratung zur aktiven Lebensgestaltung

 

  • Beratung zu Fachthemen und -fragen

Anlaufstellen für Pflegebedürftige und Angehörige

Die Fachstelle für pflegende Angehörige und der Pflegestützpunkt arbeiten eng  zusammen, auch mit anderen Einrichtungen und Diensten. Hier erhalten pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen Unterstützung und Beratung zu allen Fragen rund um das Thema Pflege. Die Beratung erfolgt kostenlos, neutral und unabhängig. Die Schweigepflicht und Diskretion werden gewahrt. Um ausreichend Zeit für die Beratung einplanen zu können, wird um telefonische Terminvereinbarung gebeten.

Fachstelle für pflegende Angehörige

  • kostenfreie Beratung, auch bei Ihnen daheim
  • Gruppenangebote für Angehörige, Austausch und Informationen
  • Kurse, Schulungen und Vorträge
  • niederschwelliges Angebot Helferkreis
  • Gruppen für Demenzpatienten

Treff am Bürglaflschlösschen, AWO Mehrgenerationenhaus

Oberer Bürglaß 3, 96450 Coburg
09561/5126333
0157/73166774
Website besuchen

Sprechzeiten: Mo., Di., Do., Fr. 8.00-18.00 Uhr, Mi. 8.00-13.00 Uhr außerhalb dieser Zeiten telefonisch

  • Mitarbeiterinnen der Fachstelle für pflegende Angehörige © AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e. V.
  • Haus der Fachstelle für pflegende Angehörige © AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e. V.

Pflegestützpunkt Coburg Stadt und Land

  • informiert über die Möglichkeiten der Pflege in der eigenen Wohnung.
  • ist behilflich bei der Vermittlung von Betreuungs- und Begleitdiensten, Haushaltshilfen u. v. m.
  • hilft bei der Suche nach einem geeigneten Heimplatz
  • berät über die Beantragung von Versicherungs- und Sozialleistungen und sonstigen Finanzierungsfragen. 

In den Gemeinden Bad Rodach, Neustadt b. Coburg, Seßlach und Sonnefeld finden einmal im Monat Außensprechstunden statt. Die genauen Termine bitten wir im Pflegestützpunkt zu erfragen.

Pflegestützpunkt Coburg Bürglaßschlößchen

Oberer Bürglaß 1, 96450 Coburg
09561/892550
E-Mail senden

Sprechzeiten: Mo.-Mi. 9.00-13.00 Uhr, Do. 11.00-16.00 Uhr, Fr. 9.00-12.00 Uhr