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Was tun, wenn das Gedächtnis nachlässt?

Was ist Demenz?

© Landkreis Coburg

Demenz ist ein Überbegriff für eine Vielzahl von Erkrankungen, die zu Einschränkungen geistiger Fähigkeiten führen. Dabei kommt es zu einer Verschlechterung des Gedächtnisses, des Denkvermögens und der Alltagsfertigkeiten. Demenz ist keine normale Erscheinung des Älterwerdens, sondern immer eine Folge einer Erkrankung, die allerdings typischerweise meist im Alter auftritt. Plötzliche Verhaltensänderungen, wie Zurückgezogenheit, Aggressivität, Unruhe, Angst, können erste Symptome einer Demenzerkrankung sein.

Die Diagnose "Demenz" bedeutet für viele Betroffene, dass sie aufgrund des fortschreitenden Gedächtnisverlustes zunehmend auf die Hilfe anderer angewiesen sind. Für die Angehörigen heißt das, dass Verantwortlichkeiten und Aufgaben innerhalb der Familie neu verteilt werden müssen. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit benötigen die Betroffenen häufig Betreuung und Ansprache "Rund um die Uhr".

Ausführliche Informationen rund um das Thema Demenz erhalten Sie bei der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e. V. unter: www.deutsche-alzheimer.de.

Richtig kommunizieren bei Demenz
  • Demenzkranke brauchen wie wir alle Bestätigung. Sprechen Sie über Dinge, die der Erkrankte gut gemacht hat, kritisieren Sie nicht.
  • Räumen Sie falsch abgelegte Dinge stillschweigend an ihren richtigen Platz - der kranke Mensch versteht nicht, wenn er damit konfrontiert wird.
  • Demenzkranke brauchen Zeit und Ruhe, um über den nächsten Schritt oder eine Antwort nachzudenken. Stellen Sie sich darauf ein.
  • Der kranke Mensch sollte das Gefühl bekommen, dazuzugehören. Stellen Sie daher einfache Fragen.
  • Für den reinen Informationsaustausch formulieren Sie Ihre Frage am besten so, dass sie sich mit Ja oder Nein beantworten l‰sst.
  • Vor jedem Gespräch Blickkontakt herstellen und den Erkrankten namentlich anreden.
  • Langsam, deutlich und in kurzen Sätzen reden - ohne Ironie, das verstehen Demenzkranke nicht mehr.
  • Wiederholen von wichtigen Informationen, verwenden Sie dabei immer dieselbe Formulierung.
  • Vermeiden Sie Diskussionen.
  • Überhören Sie Anschuldigungen und Vorwürfe, denn diese sind oft Ausdruck von Hilflosigkeit und Frustration und nicht persönlich gemeint. Lassen Sie einen Moment verstreichen und wechseln dann das Thema.
  • Höchstens zwei Angebote zur Auswahl stellen, wie z. B. Apfelsaft oder Orangensaft. Mehr führt zur Überforderung des Betroffenen.

Weitere hilfreiche Informationen finden Sie auf den Webseiten des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: www.wegweiser-demenz.de

9 Warnsignale

Bei folgenden Symptomen sollte der Betroffene genauer untersucht werden:

  • Vergessen kurz zurückliegender Ereignisse
  • Schwierigkeiten, gewohnte Tätigkeiten auszuführen
  • Sprachstörungen
  • Nachlassendes Interesse an Arbeit, Hobby und Kontakten
  • Schwierigkeiten, sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden
  • Fehlender Überblick über finanzielle Angelegenheiten
  • Fehleinschätzung von Gefahren
  • Ungekannte Stimmungsschwankungen, andauernde Ängstlichkeit, Reizbarkeit und Misstrauen
  • Hartnäckiges Abstreiten von Fehlern, Irrtümern oder Verwechslungen

Quelle: Ratgeber Demenz. Informationen für die häusliche Pflege von Menschen mit Demenz. Hrsg.: Bundesministerium für Gesundheit, Dezember 2016

Demenz-Netzwerk Coburg

Das Demenz-Netzwerk-Coburg verfolgt das Ziel, dass Menschen mit Demenz und diejenigen, die sich um sie kümmern, in der Nähe ihres Wohnortes die Unterstützung finden, die sie benötigen, um trotz der Demenzerkrankung weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung möglichst lange leben zu können.

Das Anliegen des Demenz-Netzwerkes-Coburg ist hierbei, in Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort zu einer Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenz und ihres sozialen Umfeldes beizutragen

Landratsamt Coburg

Landratsamt Coburg, Gesundheitsamt

Martina Roos
09561/514-3220
Website besuchen
E-Mail senden

Online-Beratung sowie weitere Informationen erhalten Sie im Internet 

Pflege

Demenzpatienten fühlen sich meist in ihrer vertrauten Umgebung am sichersten. Um ein möglichst langes Verbleiben im gewohnten Umfeld zu ermöglichen, ist neben der Hilfe durch den Hausarzt und Facharzt häufig die Unterstützung durch Beratungsstellen, eine Gedächtnisambulanz sowie geeignete ambulante Pflegedienste hilfreich. Auch der Einsatz von unterstützenden niederschwelligen Hilfen im häuslichen Umfeld sowie die Tagespflege können ein längeres Verbleiben zu Hause möglich machen. Falls ein Umzug in eine Pflegeeinrichtung erfolgt, sollte dieser gut vorbereitet sein.

Weitere Informationen bekommen Sie beim Pflegestützpunkt Coburg oder bei der Fachstelle für pflegende Angehörige.

Prävention

Erstmals hat die WHO Leitlinien zur Vorbeugung von Demenz vorgestellt. Viel Bewegung, eine ausgewogene Ernährung sowie geistige und soziale Aktivität sind hilfreich um Demenz entgegenzuwirken.

Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, Übergewicht und Bluthochdruck stehen im Verdacht Demenzerkrankungen zu fördern.

Betreuungsgruppen

In den Betreuungsgruppen werden demenziell Erkrankte stundenweise adäquat betreut. Die Betreuung umfasst keine pflegerischen Leistungen.

Diakoniestation Weitramsdorf-Sefllach

Schulstraße 9, 96145 Seßlach-Dietersdorf
09567/98939-00
E-Mail senden

für Weidach, Weitramsdorf, Tambach, Bodelstadt, Dietersdorf 

Mehrgenerationenhaus, AWO Treff Bad Rodach

Kirchgasse 4, 96476 Bad Rodach
09564/804844
E-Mail senden

remental e. V. - Verein für Betroffene und Angehöige von Menschen mit Demenz

Schlesierstraße 16, 96472 Rödental
0171/5706713
E-Mail senden

Entlastungshilfen

Arbeiter Samariter Bund Coburg-Land

09568/929206

Einzelbetreuung

Arbeiter Samariter Bund Coburg

09561/3551948

Einzelbetreuung

BRK Kreisverband Coburg

09561/8089-0

Einzelbetreuung

Caritas Sozialstation Coburg

09561/8144-18

Helferkreis

Caritas Sozialstation Coburg

09561/8144-18

Einzelbetreuung

Diakoniestation Weitramsdorf-Seßlach

09569/188330

Einzelbetreuung

Fachstelle für pflegende Angehörige

09561/5126333

Helferkreis